Konservative Therapiemöglichkeiten

 

Die Therapie erfolgt Stufenweise. Die nicht-medikamentöse Therapie mit Verhaltensempfehlungen stellt eine wichtige Grundlage für die Behandlung der hyperaktiven Blase dar.
Je länger die Beschwerden einer Reizblase bestehen, desto anspruchsvoller ist auch die Therapie!

 

Beckenbodentraining hilft auch bei der hyperaktiven Blase. Zusätzlich sind aber Verhaltensänderungen sehr wichtig. Dazu gehören das Anpassen der Trinkmenge. So wurde nachgewiesen, dass eine Reduktion der Flüssigkeitszufuhr auf 1-1.5 Liter pro Tag zu einer Verbesserung der Drang-Symptome führt.

 

 

Reduktion von Getränken mit Coffein oder Teein (auch Colagetränke!). Nikotinstopp, Verstopfung verstärkt die Drangsymptomatik, regulieren Sie die Darmtätigkeit. Gewichtsreduktion wirkt sich auch sehr positiv auf die Blase aus! Fraglich können kohlensäurehaltige Getränke und scharfe Gewürze den Drang verstärken.

Blasentraining und Medikamente sind wichtige Elemente einer erfolgreichen Therapie. Ziel des Blasentrainings ist die Steigerung des Blasenfassungsvermögens. Die zeitlichen Abstände zwischen den Toilettengängen werden schrittweise und teils mit Unterstützung von „blasenentspannenden“ Medikamenten erhöht. Die Blase lernt somit, mehr Wasser aufzunehmen und zu behalten, ohne dass Urin abgeht.

Zur Behandlung der hyperaktiven Blase gibt es verschiedene moderne Medikamente und seit Mitte 2015 ganz neuartige Medikamente. Sie reduzieren den Drang teils sehr eindrücklich und verhindern, dass sich der Blasenmuskel unwillkürlich zusammenzieht. Möglicherweise werden auch die Signale über den Füllungszustand der Blase an das Gehirn beeinflusst. Die Blase wird so „beruhigt“.

Mit den Medikamenten lassen sich die Beschwerden deutlich lindern, nicht wenige Frauen berichten sogar von einer Normalisierung. Die am häufigsten eingesetzten  Medikamente werden einmal täglich in Tabletten- oder Kapselform eingenommen. Viele Patienten verspüren schon in den ersten Wochen eine Besserung ihrer Beschwerden. Innerhalb von drei Monaten tritt die volle Wirkung meist ein. Patienten aller Schweregrade können gleichermassen von dieser Behandlung profitieren.

Diese modernen Medikamente wurden gezielt zur Behandlung der überaktiven Blase entwickelt und sind normalerweise gut verträglich. Wie bei jedem Medikament können jedoch auch Nebenwirkungen auftreten. Falls Sie früher schon ein Mal Blasenmedikamente erhalten haben, dass mussten Sie diese vielleicht wegen Mundtrockenheit und Verstopfung absetzten. Bei den neuen Medikamenten tritt diese Symptomatik in der egel nicht mehr auf. Auch Frauen welche einmal Botox in die Blase erhalten haben berichten über eine Besserung der Drangsymptomatik bzw. der Dranginkontinenz.

Manifestieren sich die Reizblasenbeschwerden nach der Menopause so kann auch das "Syndrom" der trockenen Scheide für einen verstärkten Drang mitverantwortlich sein! In diesen Situationen sind lokal Hormonsalben oder Zäpfchen hilfreich. Die Östrogene bauen die Schleimhaut in der Harnröhre, der Blase und auch in der Scheide wieder auf. Eine erste Besserung von Drangsymptomen und Brennen, Jucken oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr ist nach 1-2 Monaten spürbar. Der Zustand vor den Wechseljahren wird durch lokal zugeführte Östrogene wieder hergestellt. Da Östrogene etwas ersetzen „was fehlt“, stellen sich beim Absetzen der Therapie wieder dieselben Probleme ein. Deshalb empfiehlt sich eine andauernde Behandlung. In manchen Fällen verschwindet dadurch die lästige Blasenschwäche ganz.