Konservative Therapiemöglichkeiten

Die Therapie erfolgt Stufenweise. Die nicht-medikamentöse Therapie mit Verhaltensempfehlungen stellt eine wichtige Grundlage für die Behandlung der überaktiven Blase dar. Je länger die Beschwerden einer Reizblase bestehen, desto anspruchsvoller ist auch die Therapie!

Bereits mit einfachen Verhaltensänderungen können gute Erfolge bewirkenn. Wir besprechen mit Ihnen gerne die verschiedenen Therapiemöglichkeiten und erstellen einen individuellen Therapieplan. Beckenbodentraining in Kombination mit einem angeleiteten Blasentraining hilft auch bei der überaktiven Blase. Dazu arbeiten wir mit unseren erfahrenen Physiotherapeutinnen bei uns im Hause eng zusammen.

1. Verhaltenstherapie und Blasentraining

  • Reduktion von Getränken mit Coffein oder Teein (auch Colagetränke!). Nikotinstopp, Verstopfung verstärkt die Drangsymptomatik, regulieren Sie die Darmtätigkeit. Gewichtsreduktion wirkt sich auch sehr positiv auf die Blase aus! Fraglich können kohlensäurehaltige Getränke und scharfe Gewürze den Drang verstärken.
  • Blasentraining und Medikamente sind wichtige Elemente einer erfolgreichen Therapie. Ziel des Blasentrainings ist die Steigerung des Blasenfassungsvermögens. Die zeitlichen Abstände zwischen den Toilettengängen werden schrittweise und teils mit Unterstützung von „blasenentspannenden“ Medikamenten erhöht. Die Blase lernt somit, mehr Wasser aufzunehmen und zu behalten, ohne dass Urin abgeht.

2. Beckenbodentraining

 

3. Medikamentöse Therapie zur zusätzlichen Unterstützung

Zur Behandlung der hyperaktiven Blase gibt es verschiedene Medikamente. Sie reduzieren den Drang und verhindern, dass sich der Blasenmuskel unwillkürlich zusammenzieht. Möglicherweise werden auch die Signale über den Füllungszustand der Blase an das Gehirn beeinflusst. Die Blase wird so „beruhigt“.

  • Mit den Medikamenten lassen sich die Beschwerden deutlich lindern und Normalisierung. Die gleichzeitige Anwendung von Medikamenten und Blasentraining zeigt einen grösseren Therapieerfolg als eine alleinige medikamentöse Therapie. Die am häufigsten eingesetzten  Medikamente werden einmal täglich in Tabletten- oder Kapselform eingenommen. Viele Patienten verspüren schon in den ersten Wochen eine Besserung ihrer Beschwerden.Teils sind Patientinnen zu ungeduldig und erwarten eine sofortige Reduktion von Drangsymptomen  oder zumindest eine rasche Besserung in der ersten Therapiewoche und beenden die Therapie zu rasch.  Die Erfahrung und viele Studien zeigen, dass die nach zwei bis vier Wochen beobachtete Verbesserung der Symptomatik innerhalb von 3 Monaten weiter zunimmt. Patienten aller Schweregrade können gleichermassen von dieser Behandlung profitieren.
     
  • Diese modernen Medikamente wurden gezielt zur Behandlung der überaktiven Blase entwickelt und sind normalerweise gut verträglich. Wie bei jedem Medikament können jedoch auch Nebenwirkungen auftreten. Bei älteren Medikamenten kam es teils zu Mundtrockenheit oder Verstopfung.  Bei den neuen Medikamenten treten diese Nebenwirkungen in der Regel nicht mehr auf. Auch Frauen welche einmal Botox in die Blase erhalten haben berichten über eine Besserung der Drangsymptomatik bzw. der Dranginkontinenz mit den neuen Medikamenten.
     
  • Pflanzliche Präparate: Unter den alternativen Heilmethoden wird der Phytotherapie mit Bryophyllum pinnatum, Bärentraubenblätter-, Goldrutenkraut und Palmblättertee oder deren Extrakten eine blasenrelaxierende Wirkung zugesprochen.
     
  • Manifestieren sich die Reizblasenbeschwerden nach der Menopause so kann auch das "Syndrom" der trockenen Scheide für einen verstärkten Drang mitverantwortlich sein! In diesen Situationen sind lokal Hormonsalben oder Zäpfchen hilfreich. Die Östrogene bauen die Schleimhaut in der Harnröhre, der Blase und auch in der Scheide wieder auf. Eine erste Besserung von Drangsymptomen und Brennen, Jucken oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr ist nach 1-2 Monaten spürbar. Der Zustand vor den Wechseljahren wird durch lokal zugeführte Östrogene wieder hergestellt. Da Östrogene etwas ersetzen „was fehlt“, stellen sich beim Absetzen der Therapie wieder dieselben Probleme ein. Deshalb empfiehlt sich eine andauernde Behandlung. In manchen Fällen verschwindet dadurch die lästige Blasenschwäche ganz.

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