Blasenprobleme - Brechen Sie das Tabu!

Harninkontinenz und andere Blasenbeschwerden können heute in vielen Fällen mit gutem Erfolg behandelt werden. Dennoch halten Scham und ungenügende Kenntnisse über Behandlungsmöglichkeiten viele der betroffenen Frauen teilweise jahrelang davon ab, mit ihrem Arzt über ihre Probleme zu sprechen. Urininkontinenz schränkt die Lebensqualität von Frauen jeglichen Alters erheblich ein - im Alltag, im Kontakt mit der Familie und mit Freunden, beim Reisen und bei sportlicher Tätigkeit. Angst vor unangenehmem Uringeruch und vor sichtbaren Urinflecken hemmt die Betroffenen aus dem Hause zu gehen. Häufigkeit und Schweregrad von Urininkontinenz zeigen eine altersabhängige Zunahme. Jede dritte Frau gibt nach einer Geburt Inkontinenzsymptome an und schätzungsweise 40-60 % der Frauen über 50 Jahre. Bei der Harninkontinenz der Frau kann man deshalb von einem stillen Leiden, ja von einer stillen Epidemie sprechen. Nur 25% der betroffenen Frauen haben mit einem Arzt über ihre Beschwerden gesprochen zu haben! Die sich verändernde Altersstruktur der Bevölkerung, verbunden mit dem gestiegenen Aktivitätsbedürfnis und den unveränderten Mobilitätsansprüchen der älter werdenden Menschen, verschaffen der Abklärung und Behandlung der Harninkontinenz eine zunehmende Bedeutung. Die Bevölkerungsstruktur der Schweiz wird sich in den nächsten 20 Jahren drastisch verändern. Ende 2001 waren 1'324'450 Frauen in der Schweiz älter als 50 Jahre alt, nach Schätzungen des Bundesamtes für Statistik werden es im Jahre 2020 bereits 1'631'000 Frauen sein. Die Diagnostik und Therapie der Harninkontinenz ist deshalb eine zunehmende Herausforderung. Es ist wichtig, dass wir Ärzte der Tabuisierung von Blasenbeschwerden entgegenwirken. Mit dieser Internetseite möchte ich einen Beitrag dazu leisten und hoffe Ihnen einige Fragen beantworten zu können. Sprechen Sie Freundinnen und Bekannten über Blasenbeschwerden an, Sie können vielleicht jemandem helfen, endlich von einem stillen und belastenden Leiden erlöst zu werden.