Kontinenzbändchen-Operation

Die "Bändchenoperation" (TVT=Tension free Vaginal Tape) wurde Mitte der 90-er Jahre erfunden und hat die Inkontinenzchirurgie revolutioniert. Diese Operation wird schmerzfrei, ohne Vollnarkose, in lokaler Betäubung im Spital durchgeführt. Das TVT-Bandes hat eine netzartige Struktur und besteht aus nicht resorbierbarem Kunststoff. Der Eingriff hat sich in erfahrenen Händen weltweit in vielen Millionen Operationen bewährt. Das Band wird vom Körper nicht abgestossen. Nur zwei kleine Durchstichstellen oberhalb der Schamhaare sind die für Sie sichtbaren Narben.

Das im Bild blaue TVT-Blasenband wird bei der Operation unter der Harnröhre platziert. In Ruhe, liegt es ohne die Harnröhre einzuengen unter der Harnröhrenmitte (Bild links). Bei Belastungen, wie dies typischerweise beim Husten der Fall ist, kommt es zu einer «Knickung» der Harnröhre (bild rechts). Dadurch wird der Urinabgang beim Husten und anderen Belastungen verhindert.

Die Kunst bei dieser Operation besteht darin, das TVT-Band nicht zu straff und auch nicht zu locker einzulegen. Die Erfolgsraten sind abhängig von der Erfahrung des Chirurgen und liegen um 80-95 %. Während der Operation ist die Patientin deshalb wach. Sie muss während der Operation bei gefüllter Blase wiederholt husten. Dabei wird das TVT-Band so lange über die oberhalb des Schambeins herausragenden Bandenden angezogen, bis "fast kein" Urin mehr abgeht und die Patientin „dicht“ ist. Wird das Band zu fest angespannt, kann die Patientin nicht mehr gut Wasser lösen und die Blase entleert sich nicht mehr vollständig. Und wenn das Band zu locker liegt, verliert die Patientin unverändert Urin.

Bei sehr schwacher Harnröhre kann die Erfolgsrate der Operation tiefer sein. Dies ist einer der Gründe, dass vor der Operation eine genaue "urodynamische" Untersuchung durchgeführt wird.